Das binationale Weave-Projekt „Resonating Networks“ („Nachhallende Netzwerke“), das an der Universität Basel und der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt ist und im Zeitraum 2023–2026 vom Schweizerischen Nationalfonds sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, untersucht die Ursprünge, diskursive Konstitution und Implikationen von Forschungsparadigmen in der skandinavistischen Mediävistik und angrenzenden Fächern. Auf der methodischen Grundlage von Diskursanalyse und netzwerktheoretischen Ansätzen in der Tradition der Akteur-Netzwerk-Theorie nach Bruno Latour wird analysiert, wie komplexe, miteinander verknüpfte Netzwerke von Personen, Orten, Texten und Diskursen fachliche Setzungen geschaffen haben, die über nationale und sprachliche Grenzen hinweg und in späteren Forschergenerationen nachwirken. Das Projekt beleuchtet die Etablierung zentraler Forschungsparadigmen sowie diskursübergreifende Beziehungen zwischen diesen Paradigmen in der Fachtradition der mediävistischen Skandinavistik – von den Anfängen der Forschungsgeschichte Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.